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Breiter Protest gegen rassistische Hetze in Marzahn

Pressemitteilung 06/14
11.11.14

Breiter Protest gegen rassistische Hetze in Marzahn

– Zivilgesellschaftliche Spontandemonstration von Polizei untersagt

 

Am Montagabend hat ein breites Bündnis aus Vereinen, Nachbarschaftszentren, Parteien und AnwohnerInnen gegen eine von organisierten Nazis veranstaltete Demonstration „gegen Asylmissbrauch“ protestiert. 350 TeilnehmerInnen sprachen sich auf der Kundgebung, die vom Verein Hellersdorf hilft angemeldet wurde, für Solidarität statt Ausgrenzung und gegen Rassismus aus.

Die Kundgebung war von der Polizei auf einen schwer einsehbaren dunklen Platz kurz hinter der Kreuzung Blumberger Damm/ Landsberger Allee verlegt worden. Nachdem die Beamten die TeilnehmerInnen eingekesselt hatten und die Sicht auf die zahlreichen bunten Transparente durch Polizeibusse versperrt worden waren hatten die Veranstalter mehrfach versucht, eine Spontandemonstration anzumelden, um den Protest sichtbar in die Straßen zu tragen. Dies wurde dem Verein Hellersdorf hilft jedoch von der Polizei untersagt, da die Verkehrssicherheit und die Sicherheit der Demonstrationsteilnehmer nicht gewährleistet hätte werden können. „Es ist uns unerklärlich, warum die friedlichen Menschen der Kundgebung einen Tag nach dem 9. November in ihren demokratischen Grundrechten beschnitten wurden, während hunderte Nazis durch den Bezirk ziehen und ihren Rassismus und ihre Menschenverachtung verbreiten konnten“, so Stephan Jung, Sprecher von Hellersdorf hilft.

Nach Angaben der Polizei zogen in der Zwischenzeit 500 RechtsextremistInnen durch den Bezirk. Dabei wurden ausländerfeindliche Parolen gerufen, sowie „Deutschland den Deutschen“ und „Nein zum Heim“ skandiert. 200 PolizistInnen schützten den Aufzug und verhinderten jeglichen Gegenprotest.
Erst vier Stunden später und nach Auflösung der rechten Demonstration wurde den GegendemonstrantInnen ein Demonstrationszug zum U-Bahnhof Hellersdorf genehmigt, um so den TeilnehmerInnen einen geschützen Heimweg gewährleisten zu können.
„Wir freuen uns, dass wir mit unserem friedlichen Protest ein Zeichen setzen konnten und dass die Mitglieder der verschiedenen Netzwerke im Bezirk, die sich klar gegen rassistische Hetze positionieren, so gut zusammengearbeitet haben und gemeinsam auf die Straße gegangen sind“, so Jung. Vergangenen Montag konnten Nazis bei einer Spontandemonstration ungestört durch den Bezirk marschieren, die wenigen GegendemonstrantInnen, darunter auch Mitglieder von Hellersdorf hilft wurden von der Polizei kriminalisiert und verdächtigt, DemonstrantInnen, sowie einen Polizisten angegriffen zu haben. Der Verein Hellersdorf hilft kritisierte das teilweise erneut aggressive Verhalten der Polizei. So wurde eine Teilnehmerin der Kundgebung von einem Polizisten mit einem Faustschlag im Gesicht getroffen.

Für nächsten Montag und den 22.11.2014 sind bereits erneute Demonstrationen von der Bürgerbewegung Marzahn und der Bürgerbewegung Hellersdorf gegen das in Marzahn geplante Containerdorf für Geflüchtete angekündigt. Das Netzwerk rund um den Verein Hellersdorf hilft ruft erneut zu lautstarkem und buntem Gegenprotest auf.

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„Hellersdorf hilft e.V.“ ist ein gemeinnütziger Verein mit dem Hauptanliegen, Hilfsangebote für Flüchtlinge im Bezirk zu koordinieren und gemeinsam eine Willkommenskultur im Kiez zu schaffen. Ziel ist es, die ankommenden Geflüchteten willkommen zu heißen und sie nachhaltig und längerfristig beim Leben in der neuen Umgebung zu unterstützen.
Das Projekt wird durch Preisgelder und Spenden finanziert. Wenn Sie die Arbeit unterstützen wollen, können Sie folgende Kontoverbindung nutzen:
Hellersdorf hilft e.V.
Bankleitzahl: 43060967 (GLS Gemeinschaftsbank)
Kontonummer: 1165468300
bzw.
IBAN: DE61430609671165468300
BIC: GENODEM1GLS (GLS Gemeinschaftsbank)

 

PressesprecherInnen Stephan Jung und Luisa Seydel
Hellersdorf hilft e.V.
info@hellersdorf-hilft.de
http://www.hellersdorf-hilft.de

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