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Zivilgesellschaft stoppt Naziaufmarsch in Marzahn

Pressemitteilung 08/14
22.11.14

Zivilgesellschaft stoppt Naziaufmarsch in Marzahn
– Tausende Menschen gingen für eine Willkommenskultur für Geflüchtete auf die Straßen

Am Samstag hat ein breites Bündnis aus Vereinen, Initiativen, Parteien und AnwohnerInnen für Vielfalt und Toleranz und gegen Ausgrenzung von geflüchteten Menschen in Berlin Marzahn demonstriert. Über 3000 Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich an den Gegenkundgebungen entlang der Route einer von Neonazis organisierten Demonstration „gegen Asylmissbrauch“, zu der bundesweit in der rechten Szene mobilisiert worden war. Am Ende konnten diese ihre Route nicht starten, da der Gegenprotest zu groß war.
Der Verein Hellersdorf hilft zeigte sich erfreut über den Zusammenhalt der Zivilgesellschaft: „Wir haben ein wichtiges Zeichen für die Menschlichkeit gesetzt. Die vielen Berlinerinnen und Berliner haben heute eindrucksvoll gezeigt, dass Rassismus und Menschenfeindlichkeit im Bezirk Marzahn- Hellersdorf nicht toleriert werden und Berlin eine weltoffene Stadt der Vielfalt ist“ so Stephan Jung, Pressesprecher des Vereins.

Die Demonstration der Rechten war bereits die Vierte innerhalb der letzten drei Wochen. Immer mehr AnwohnerInnen haben sich den organisierten Rechten angeschlossen, die sich als Bürgerbewegung tarnen und versuchen, die Ängste unter den Anwohnenden durch Falschinformationen zu schüren. „Es ist daher wichtig, klar zu benennen, wer sich hinter den Organisatoren der Proteste verbirgt und die Bürgerinnen und Bürger auch über das Thema Asyl aufzuklären“, erklärt Jung.
Seit der Senat bekannt gegeben hatte, sechs Containerunterkünfte in Berlin zu errichten, ist vor allem in den Bezirken Köpenick, Buch und Marzahn unter den AnwohnerInnen Kritik laut geworden. „Die Kritik an der Art der Unterbringung ist an sich völlig legitim und wird auch von uns geteilt“, so Jung, „jedoch appellieren wir an die Empathie der Menschen, die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen und sich für die geflüchteten Menschen einzusetzen und ihre Rechte zu stärken. Gerade unter den erschwerten Bedingungen von Sammel- und Containerunterkünften ist unsere Hilfe und Unterstützung umso wichtiger“.

Mit einem bunten Rahmenprogramm aus Livemusik vom Berlin Boom Orchestra und Irie Révolté sowie Redebeiträgen unter anderen von Integrationssenatorin Dilek Kolat, Bezirksbürgermeister Stefan Komoß (beide SPD) und Hellersdorf hilft haben die TeilnehmerInnen der Kundgebung deutlich gezeigt, dass Flüchtlinge in Berlin und auch in Marzahn Hellersdorf willkommen sind. Bereits im vergangenen Jahr kam es in Hellersdorf zu ähnlichen Protesten gegen das neu eröffnete Asylbewerberheim in der Carola-Neher-Straße. Durch einen ähnlich zivilgesellschaftlichen Zusammenhalt und große Hilfsbereitschaft konnte sich die Lage nach Einzug der ersten Geflüchteten unter den meisten AnwohnerInnen deutlich beruhigen. In der nahe der Unterkunft gelegenen Begegnungsstätte LaLoka, die von Hellersdorf hilft und der studentischen Initiative grenzen_weg eröffnet wurde können seitdem Begegnungen geschaffen und Vorurteile abgebaut werden.

„Hellersdorf hilft e.V.“ ist ein gemeinnütziger Verein und überparteilicher Zusammenschluss von Menschen im Bezirk Marzahn-Hellersdorf mit dem Hauptanliegen, Hilfsangebote für Flüchtlinge im Bezirk zu koordinieren und gemeinsam eine Willkommenskultur im Kiez zu schaffen, die Respekt, Toleranz, zivilgesellschaftliches Engagement, Solidarität und Demokratieförderung praktisch erlebbar werden lässt. Ziel ist es, die ankommenden Geflüchteten willkommen zu heißen und sie nachhaltig und längerfristig beim Leben in der neuen Umgebung zu unterstützen.

 

PressesprecherInnen Stephan Jung und Luisa Seydel

Hellersdorf hilft e.V.

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