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Vereinsgründung

Wir haben Neuigkeiten:

Gestern wurde der Grundstein für die Vereinsgründung von „Hellersdorf hilft“ gelegt. Die Satzung und der SprecherInnenrat wurden gewählt, sodass jetzt nur noch die behördlichen Instanzen zur Prüfung durchlaufen werden müssen. Dabei haben wir die Gelegenheit für ein Gruppenfoto genutzt, damit ihr auch mal seht, wer wir so sind. Wir halten euch auf dem Laufenden.

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Fachtagung „Wege zum Bürgerschaftlichen Engagement in den Berliner Bezirken“ – Thema „Migration“

Am 02. November 2013 fand die dritte Fachtagung der „Wege zum Bürgerschaftlichen Engagement in den Berliner Bezirken“ mit dem Thema „Migration“ statt.

Die von der Senatskanzlei im Roten Rathaus veranstaltete Konferenz diente als Informations- und Diskussionsplattform. Im Mittelpunkt standen Fragen zum bürgerschaftlichen Engagement von MigrantInnen in Berlin, die Möglich-

Veranstaltung im Roten Rathaus

keiten einer Zusammenarbeit Einheimischer und MigrantInnen sowie Überlegungen zur Steigerung der öffentlichen Präsenz des zu verzeichnenden Engagements.

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Zu Gast bei den „Asylmonologen“

Am Donnerstag den 06.10.2013 nahm „Hellersdorf hilft“ als Gast bei den „Asylmonologen“ im „Heimathafen Neukölln“ teil.

Die Asylmonologe sind ein dokumentarisches Theater, bei dem die Leidensgeschichte geflüchteter Menschen und ihre Erfahrungen im deutschen Asylsystem geschildert werden. Alle Darstellungen beruhen auf wahren Begebenheiten. Dazu wurden im Vorfeld Interviews mit Betroffenen geführt und dann in ein Selbstgespräch formuliert. Aufgeführt wird das Stück durch die „Bühne für Menschenrechte“ unter der Leitung von Michael Ruf. Dieser entwickelte das Konzept vor zwei Jahren und ist damit in ganz Deutschland unterwegs.

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Impressionen der ersten Helferkonferenz in Hellersdorf

Ein Arbeitstisch auf der Helferkonferenz

Am letzten Mittwoch, dem 25.09.2013, fand im Hellersdorfer Stadtteilzentrum „Kompass“ die erste Helferkonferenz des Bezirks statt.Hierher wurden alle Menschen eingeladen, die sich auch bei Polis* (Bezirkliche Koordinierungsstelle für Demokratieentwicklung am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf) gemeldet haben, um den geflüchteten Menschen zu helfen. Weiterlesen

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„Hellersdorf hilft“ voller Tatendrang!

Spenden im Heim
Spenden im Heim

In der letzten Woche waren wir sehr viel unterwegs und haben neue tolle Eindrücke, die wir gerne mit euch teilen wollen.

Am letzten Dienstag waren wir in einer anderen Unterkunft für geflüchtete Menschen in Marzahn-Hellersdorf in der Otto-Rosenberg-Straße zu Besuch. Hier wurden wir sehr freundlich empfangen und man freut sich auf eine gemeinsame Zusammenarbeit mit uns. Wir haben die Einrichtung und deren Organisation als sehr angenehm erlebt, auch wenn es leider eine Sammelunterkunft ist. Hier besteht ein großer Bedarf an kostenfreier Rechtsberatung und Dolmetschern, die langfristig zur Verfügung stehen. Ein regelmäßiger Sprachunterricht erfolgt durch die Initiative „Multitude e.V.“, die auch schon in Spandau oder Lichtenberg Kurse anbieten. Da auch diese Unterkunft Spenden benötigt, haben wir, doch hoffentlich in eurem Einverständnis, entschieden, dass wir auch hierher benötigte Dinge des täglichen Lebens geben möchten.

Im Rahmen unserer Spendenwoche haben wir auch der Einrichtung in der Carola-Neher-Straße angeboten, die dort abgegebenen Spenden zu sortieren, bevor wir unsere Kartons bringen. Letzten Mittwoch erfolgte der erste Einsatz. Jedoch hat uns die Masse der gespendeten Gaben so in Anspruch genommen, dass wir um eure Mithilfe baten. Daraufhin packten letzte Woche 32 Hände spontan mit an, um aus den drei überfüllten Räumen den Müll zu beseitigen und geeignete Spenden vorzusortieren. Vielen Dank für die breite Unterstützung. Ihr seid klasse! Zum Abschluss haben wir am Freitag mit den Kindern im Hof Fuß- und Softball gespielt. Das hat wirklich viel Spaß gemacht.

Damit wir unser Engagement auch langfristig und vor allem nachhaltig im Bezirk einbringen können, haben wir uns dazu entschlossen, einen Verein zu gründen. Hierzu finden bereits die ersten Vorbereitungen statt.

Sprachunterricht wird im Übrigen ab Oktober durch die Volkshochschule Marzahn-Hellersdorf kostenfrei drei Mal die Woche bis Ende des Jahres angeboten. Das ist ein wichtiges Zeichen und bisher einmalig in ganz Berlin. So können dann später mehr Menschen die wichtigen Integrationskurse besuchen, die langfristig dafür sorgen, dass die geflüchteten Menschen hier vor Ort Fuß fassen und einen Arbeitsplatz erhalten können.

Aus diesem Grund sind ehrenamtliche Nachhilfelehrer notwendig. Daher arbeiten wir derzeitig, gemeinsam mit anderen Akteuren im Bezirk, an einem Konzept für einen Projektraum in der Nähe. Dieser kann ab Januar genutzt werden. Welcher Raum es konkret wird, wissen wir zwar noch nicht, aber es liegen uns bereits mehrere Angebote vor. Der Raum soll nach unserer Vorstellung eine Begegnungsstätte für die neuen Bezirksbewohner und solidarischen Anwohnern werden. Daneben gibt es im Bezirk bisher noch keine Stelle für Flüchtlingsberatung. Es wäre toll, wenn man dies miteinander verbinden könnte. An Ideen für weitere Angebote mangelt es uns dank eurer Hilfe nicht. Daher werden wir in Kürze mehr zu dem Projekt „Begegnungsstätte und Flüchtlingsberatung“ informieren.

An dieser Stelle bedanken wir uns bei allen beteiligten Akteuren für die tolle Zusammenarbeit. Ihr seid klasse! Wir haben in euch wirklich tolle Kooperationspartner gefunden, ohne die wir uns sonst nicht so einbringen könnten. Darunter sind das „Netzwerk für Solidarität“, die Heimleitung der Notunterkunft, das Kinder- und Jugendbüro Marzahn-Hellersdorf, die Gesellschaft für Bildung und Partizipation, die Integrationsbeauftragte des Bezirks Elena Marburg, Polis*, die „AJZ Kita“ und auch den Teilnehmern des „Netzwerk für Menschen in Not“, bei dem wir auch in der Vorbereitungsgruppe aktiv mitarbeiten.

Besonderen Dank noch einmal an dieser Stelle an „WEP e.V.“ , dass wir das Büro mitnutzen können.

Doch das ist noch nicht alles. Ab dieser Woche beginnt auch die gezielte Angebotskoordinierung. Durch euch wurden sehr viele Ideen eingebracht. Aus diesem Grund haben wir einen gemeinsamen Termin in der Einrichtung, um die angebotene Hilfe auch weiter in praktische Arbeit umzusetzen.

Demnächst wird auch eine Vollversammlung für diejenigen stattfinden, die sich bisher bei uns eingebracht haben oder konkrete Projekte anbieten möchten. Der Termin wird in nächster Zeit bekanntgegeben.

In diesem Sinne: Machen statt quatschen! Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.

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Briefe zur Begrüßung

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Vergangenen Freitag wurden den Bewohnerinnen und Bewohnern Willkommens-Briefe ausgehändigt, in denen Sie auch über die aktuelle Situation in Hellersdorf und rund um die Unterkunft in der Carola-Neher-Straße informiert werden. Der Text wurde in sieben Sprachen übersetzt (Arabisch, Syrenisch, Persisch, Paschtu, Russisch, Serbisch, Englisch) und somit sichergestellt, dass die Informationen auch denen zugänglich sind, die kein Deutsch oder Englisch sprechen.
An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei den vielen Menschen bedanken, die uns beim Übersetzen unterstützt haben.
Es wurden ausreichend Briefe gedruckt, gefaltet und eingetütet, sodass auch weiteren Neuankömmlinge die Begrüßungsbriefe ausgehändigt werden können.

Der Inhalt der Briefe ist im Folgenden nachzulesen:

Liebe neue Bewohnerinnen und Bewohner,

im Namen der Initiative „Hellersdorf hilft“ und im Namen von über 10.000 Anwohnern und Unterstützern heißen wir Sie herzlich willkommen in Berlin Hellersdorf. Wir bedauern die negativen Ereignisse der letzten Tage rund um das Asylbewerberheim zutiefst und sprechen uns klar für ein gemeinschaftliches Miteinander im Bezirk aus. Wir können stark nachvollziehen, dass diese Situation für Sie mit vielen Ängsten verbunden ist und sprechen unser Mitgefühl aus. Gern informieren wir Sie ein wenig über die Hintergründe der Geschehnisse, um Ihnen die Ängste zu nehmen und zu zeigen, dass die Solidarität der Anwohner groß ist. Die Zahl der bei uns eingehenden Hilfsangebote ist überwältigend und die Stimmen aus dem Bezirk sprechen eine eindeutige Sprache: Wir begrüßen Sie herzlich.

Hintergründe:

Leider gibt es in Deutschland und Berlin noch immer faschistisches und rechtsextremes Gedankengut. Auch wenn diese eine klare Minderheit ausmachen, so sind diese oft organisiert und nehmen Einfluss auf Bürger und Anwohner, indem willkürlich Ängste geschürt werden. So ist es auch in diesem Fall geschehen. Es ist nachvollziehbar, dass die Situation auch für die Anwohner in der Carola Neher Straße neu und unbekannt ist. Und viele Menschen reagieren mit Angst Neuem gegenüber, da viele nur wenige Begegnungen mit anderen Kulturen hatten. Viele Anwohner haben eigene Sorgen und sind mit der Politik unzufrieden. Diese Sorgen und Ängste der Anwohner wurden geschickt von einer geringen Zahl an organisierten Rechten ausgenutzt und es wurde gezielt Stimmung gemacht und Gerüchte gestreut. Auch das große Medieninteresse hat dazu beigetragen, dass die Lage derart angespannt ist. Die ablehnende Haltung ist also keinesfalls gezielt gegen Sie gerichtet, sondern oftmals nur der Ausdruck eigener Unzufriedenheit. Aus anderen Fällen, in denen Anwohner zunächst Angst vor neu entstandenen Asylbewerberheimen hatten wissen wir aber, dass diese Ängste sehr schnell verflogen waren und ein gemeinsames Leben in den Bezirke zustande gekommen ist, sobald erste Begegnungen stattgefunden haben.

Was passiert als nächstes?

Uns sind Ihre Bedürfnisse wichtig und wir wollen Ihnen zuhören und Sie respektieren. Gut können wir uns vorstellen, dass die Ereignisse und Ihre Erfahrungen Ruhe verlangen und Sie Zeit für sich benötigen. Diese Zeit wollen wir gewährleisten und Sie nicht überrumpeln. Wir würden uns aber freuen, über längere Zeit mit Ihnen ins Gespräch zu kommen, uns mit Ihnen auszutauschen, gemeinsame Aktivitäten zu planen und da auszuhelfen und unterstützend zur Seite zu stehen, wo es möglich ist. Wir haben viele Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern, die beim Dolmetschen helfen wollen, die Sie bei Behördengängen unterstützen können und viele andere Angebote. Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass der Alltag und die Bedingungen in ihrer neuen Unterkunft nicht leicht sind. Daher möchten wir uns für Sie anstrengen, Ihnen einen abwechslungsreichen Alltag zu ermöglichen und gemeinschaftlich Freude zu bereiten.

Hellersdorf hilft Willkommensbrief deutsch als PDF herunterladen

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Erfolgreiche Spendenwoche

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Die Spendenwoche ist vorbei und sie war ein voller Erfolg. Wir sind überwältigt von der Qualität und Menge der Spenden und vor allem eurer Großzügigkeit. Ein besonderes Dankeschön gilt allen HelferInnen, die uns so tatkräftig unterstützt haben, es war eine tolle Woche mit euch. Wir empfehlen allen von euch, die noch spenden möchten, sich auch an soziale Einrichtungen in eurer Nähe zu wenden. Die Menschen werden es euch überall danken.

So viel habt ihr gespendet:
– 114 Umzugskartons mit Spielzeug, Haushaltswaren, Geschirr, Bettwäsche, Taschen, Decken, Büchern, Schulsachen, Bällen
– ca. 100 Kartons mit Kleidung.
– 5 Fernseher mit Zubehör wie Dvd-Player und Playstation, eine Torwand und vieles vieles mehr.

Außerdem warten 11 fertig gepackte Schulranzen auf ihren ersten Schultag.

Vielen Dank,

Euer Hellersdorf-hilft-Team (KW)

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Erfolgreicher und bunter Kiezspaziergang

Bei schönstem Sonnenschein trafen sich gestern Mittag Anwohner_innen und externe Unterstützer_innen zum gemeinsamen Kiezspaziergang, um auch optisch der fremdenfeindlichen Stimmung in Hellersdorf entgegen zu wirken. Mit Besen, Bollerwagen, Wasserkanistern und Musik zog man durch den Kiez um die zahlreichen, in der ganzen Gegend verteilten Kreideparolen der Gegner der geplanten Notunterkunft in der Carola-Neher-Straße  zu beseitigen. Rund 70 Menschen hatten sich dafür zusammengefunden. Auf der Strecke von der Alice Salomon Hochschule zum ehemaligen Max-Reinhardt-Gymnasium und zurück ließen sich viele Leute spontan mitreißen, schlossen sich der Gruppe an und unterstützen die Aktion.  So spazierten jung und alt, Hellersdorfer_innen und Menschen aus ganz Berlin Seite an Seite durch den Kiez und versuchten mit Vorurteilen und Fremdenfeindlichkeit aufzuräumen. Bunt, friedlich und mit viel Spaß und Tatendrang wurde geputzt, geschruppt und gefegt. Dabei konnten leider nicht alle Schmierereien komplett entfernt werden, da es sich bei einigen wenigen um Graffiti handelte. Zur Aufklärung der Bewohner_Innen wurden Infobroschüren mit Fakten über Asylbewerber_innen und das Asylverfahren in Deutschland verteilt.

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Pressemeldung des Solidaritäts-Netzwerkes Marzahn-Hellersdorf vom 27.7.2013: „Das Ende der Kreidezeit“ – ein antirassistischer Kiezspaziergang durch Hellersdorf

Am Samstag, den 27. Juli, hat das Solidaritäts-Netzwerk Marzahn-Hellersdorf alle interessierten und solidarischen Menschen eingeladen, gemeinsam in bunter und musikalischer Weise durch den an die geplante Flüchtlingsunterkunft angrenzenden Kiez zu spazieren. Auf diesem Spaziergang sollten Kreidezeichnungen entfernt werden, ein trauriges Zeugnis einer rassistischen Stimmung in der Anwohner*innenschaft. Befeuert wird diese Stimmung maßgeblich durch die sogenannte Bürgerinitiative Marzahn-Hellersdorf – ein von Neonazis durchsetztes Netzwerk von Anwohner*innen. Eugen Traud, Sprecher des Netzwerkes, kündigte vorher an, dass das Netzwerk damit ein „Zeitalter der Solidarität mit den Geflüchteten im Kiez einläuten“ und „die Kreidezeit beenden“ wolle, in Anspielung auf das rückständige rassistische Denken einiger Nachbar*innen.

Zum Spaziergang fanden sich über 75 solidarische Menschen aus Hellersdorf und Umgebung auf dem Alice-Salomon-Platz zusammen, um gemeinsam mit Besen, Wasser, Soundsystem und bunten Accessoires durch die Straßen um die geplante Unterkunft herum zu ziehen. Schon am Anfang wurde der Spaziergang durch ein BMH-Mitglied durch das Abfotografieren von Teilnehmer*innen gestört, der aber nach Interventionen dieser durch die Polizei fortgeschickt wurde. In der Vergangenheit wurden Menschen durch die BMH über das Ausspähen persönlicher Daten bedroht. Die Polizei fiel während des Spazierganges mit ungerechtfertigten Personalienkontrollen gegenüber Teilnehmer*innen auf und störte damit ihrerseits den friedlichen Ablauf.

Nach dem Start wurden über 40 rassistische Kreideschmiereien im gesamten Kiez über drei Stunden hinweg durch das praktische Engagement der Aktivst*innen beseitigt. Zudem wurden mehr als tausend Flyer gegen rassistische Vorurteile in der Nachbar*innenschaft verteilt. Viele Anwohner*innen waren sichtlich interessiert an einer Gegenposition zu der als unangenehm empfundenen rassistischen Hegemonie in ihrem Kiez. Einige jedoch konnten sich nicht damit anfreunden und empfingen die Aktivist*innen mit Beleidigungen und neonazistischen Ausfällen. „Wir wissen, dass wir heute ein wichtiges Zeichen gesetzt haben und nicht nur mit Kreidemalereien, sondern auch mit einigen Vorurteilen im Kopf aufgeräumt haben. Aber wir wissen auch: die Debatte wird weitergehen. Wir müssen den emanzipatorischen Kräften im Bezirk zu einer Stimme verhelfen und gleichzeitig rassistische und menschenfeindliche Positionen offensiv thematisieren“, sagte Eugen Traud. Und weiter: „Den Geflüchteten muss eine sichere, angstfreie und menschlich offene Umgebung geboten werden, in der sie in Ruhe in Hellersdorf ankommen können.“